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Lokale Keywords: wonach Ihre Kunden wirklich suchen
Die meisten Betriebe raten, unter welchen Begriffen sie gefunden werden. Dabei steht die Antwort kostenlos in drei Quellen.
Ein Malerbetrieb in Neuss nennt sich auf seiner Startseite „Ihr Fachbetrieb für Oberflächentechnik“. Das ist fachlich richtig. Nur sucht niemand danach.
Gesucht wird nach „Maler Neuss“, nach „Wohnung streichen lassen Neuss“ und nach „Malerbetrieb in meiner Nähe“. Zwischen dem, was ein Betrieb über sich sagt, und dem, was seine Kunden eintippen, liegt fast immer eine Lücke. Diese Lücke ist der Grund, warum eine ordentlich gemachte Website trotzdem keine Anfragen bringt.
Was ein lokales Keyword von einem normalen unterscheidet
Ein lokales Keyword hat einen Ort daran. „Elektriker“ ist ein Suchbegriff, „Elektriker Neuss“ ist ein lokaler Suchbegriff. Der Unterschied ist nicht kosmetisch.
Wer „Elektriker“ eintippt, liest vielleicht nur nach, was ein Elektriker macht. Wer „Elektriker Neuss Notdienst“ eintippt, hat ein Problem und ein Portemonnaie in der Hand. Der zweite Begriff wird seltener gesucht und bringt deutlich mehr Anfragen je Suche.
Dazu kommt: Bei ortsbezogenen Begriffen konkurrieren Sie nicht mit dem ganzen Land, sondern mit den Betrieben im Umkreis. Im Rhein-Kreis Neuss sind das je nach Gewerk eine Handvoll. Das ist ein Wettbewerb, den man gewinnen kann.
Drei Quellen, die Ihnen die Begriffe verraten
Sie brauchen dafür kein Werkzeug für 99 € im Monat. Sie brauchen drei Quellen, die Sie ohnehin haben.
Erstens: Ihr eigenes Telefon. Notieren Sie zwei Wochen lang mit, wie Anrufer ihr Anliegen beschreiben. Nicht wie Sie es beschreiben würden. Wörtlich. „Bei uns tropft was unter der Spüle“ ist ein Suchbegriff. „Sanitärinstallation“ ist einer aus dem Lehrbuch. Wie Sie das systematisch mitschreiben, steht in Woher kommen Ihre Kunden?.
Zweitens: die Google-Suche selbst. Tippen Sie Ihr Gewerk plus Ihren Ort ein und schauen Sie sich zwei Dinge an. Unter dem Suchfeld schlägt Google Ergänzungen vor, das sind echte Suchanfragen anderer Nutzer. Und unten auf der Ergebnisseite steht der Kasten „Ähnliche Fragen“. Beides ist kostenlos und stammt direkt aus den Daten, um die es geht.
Drittens: Ihr Google-Unternehmensprofil. In der Statistik Ihres Profils steht, mit welchen Begriffen Nutzer auf Sie gestoßen sind. Diese Zahlen liegen bereits da, die meisten Betriebe haben sie nie geöffnet. Wie Sie an die Auswertung kommen, steht in die Statistik Ihres Profils lesen.
Wo die Begriffe hingehören
Ein gefundenes Keyword nützt nichts, solange es nur auf einem Zettel steht. Es gehört an fünf Stellen, und zwar an jede genau einmal.
- In den Seitentitel. Das ist die Zeile, die in den Suchergebnissen blau und anklickbar ist. Sie hat rund 55 Zeichen Platz. „Maler in Neuss | Wohnungen, Fassaden, Altbau“ nutzt sie, „Startseite“ verschenkt sie.
- In die erste Überschrift der Seite. Eine Seite hat eine H1, nicht drei.
- In den ersten Absatz. Wer erst im vierten Absatz sagt, wo er sitzt, hat den Leser verloren.
- In die Adresse der Unterseite.
ihrbetrieb.de/maler-neusssagt mehr alsihrbetrieb.de/seite-4. - In die Bildbeschreibungen. Jedes Bild hat ein Alt-Attribut. Dort gehört hinein, was zu sehen ist, gern mit Ort.
Was Sie dabei nicht tun sollten: denselben Begriff zwanzigmal in einen Text pressen. Google erkennt das seit Jahren und wertet es ab. Ein Begriff pro Seite, an den fünf genannten Stellen, sauber untergebracht. Das reicht.
Eine Seite je Begriff, nicht alle Begriffe auf eine Seite
Der häufigste Fehler nach der Recherche: Der Betrieb hat zwölf gute Begriffe gefunden und stopft alle zwölf auf die Startseite. Danach rankt die Startseite für keinen davon.
Besser ist eine eigene Unterseite je Leistung. Der Malerbetrieb bekommt eine Seite „Fassade streichen Neuss“, eine Seite „Altbausanierung Neuss“ und eine Seite „Wohnung streichen Neuss“. Jede Seite beantwortet eine Frage, jede Seite hat einen Begriff. Das ist mehr Arbeit als ein Absatz auf der Startseite, und es ist der Unterschied zwischen gefunden werden und nicht gefunden werden.
Bei drei bis fünf Leistungen ist das an einem Tag geschrieben. Wenn die Seiten dabei technisch stolpern, hilft Der Website-Check beim Aufräumen.
Was Sie diese Woche tun können
1. Zwei Wochen mitschreiben, wie Anrufer ihr Anliegen nennen. Wörtlich, nicht sinngemäß.
2. Fünf Suchen selbst durchführen. Ihr Gewerk plus Neuss, plus Rhein-Kreis Neuss, plus „in der Nähe“, plus Ihre größte Einzelleistung, plus der Notfall in Ihrem Fach. Notieren Sie die Vorschläge, die Google Ihnen dabei anbietet.
3. Ihre drei wichtigsten Begriffe festlegen. Nicht zwölf. Drei.
4. Für jeden eine eigene Unterseite anlegen und den Begriff an den fünf genannten Stellen unterbringen.
5. Nach drei Monaten in die Profilstatistik schauen, ob die Begriffe angekommen sind. Vorher nicht, das dauert einfach so lange.
Wo ich dabei helfe
Die Recherche können Sie selbst machen, und bei drei Leistungen sollten Sie das auch. Sie kennen Ihre Kunden besser als jede Auswertung.
Interessant wird es, wenn Sie zwanzig Leistungen haben, in mehreren Orten arbeiten oder wenn die Begriffe stehen und die Seiten trotzdem nicht steigen. Dann liegt es meist nicht am Text, sondern an Technik, Einträgen oder Bewertungen. Das prüfe ich im Wettbewerbs-Check für 390 €, und danach wissen Sie, woran es liegt, statt zu raten.
Fangen Sie mit dem Telefonzettel an. Zwei Wochen zuhören, wie Ihre Kunden reden, ist die beste Keyword-Recherche, die es gibt.